Dienstag, 2. Mai 2017

Malalas on tour in Marokko


In nächster Zeit ist recht viel los bei uns, deswegen habe ich mich am langen Wochenende richtig dahinter geklemmt und einen sehr langen Reisebericht über unsere Abenteuer in Marokko geschrieben. Für mich selber nämlich als Gedächtnisstütze, wenn ich dann unser Fotobuch mache,
aber auch für alle, die neugierig sind, was wir so erlebt haben und uns nochmal begleiten möchten.

Marokko ist für Österreicher kein typisches Reiseland, 
das habe ich an einigen unglücklichen Kommentaren auch deutlich zu spüren bekommen. 

Für mich war es immer ein Land, das ich unbedingt einmal bereisen wollte, 
aber immer weit weggeschoben habe, denn: kann doch kein 'sicheres' Reiseland sein, oder?

Zumindest habe ich das gedacht, bis ich im Mai 2016 am Flug von Zürich nach Lissabon mit meiner Sitznachbarin ins Plaudern kam und sich herausstellte, dass sie gerade erst von Marokko gekommen war. Da ging dann bei mir die Befragung los und am Ende war mir klar:
dort müssen wir unbedingt mal hin!

Nicht damit gerechnet hatte ich allerdings, dass mein lieber Mann gleich zur Tat schreiten würde
und schon im August Flüge für die Osterferien besorgt hatte, um mich später mit der Reise zum 15ten Hochzeitstag zu überraschen.
Dann kam im Herbst 2016 die große Eskalation, Reisen und alles drumherum war sowieso kein Thema mehr, bis sich mein Mann kurz vor Weihnachten verplapperte.

Am liebsten hätte ich die Flüge ja sofort storniert, ich hatte echt keine Nerven auch nur an Urlaub zu denken, einer der seltenen Fälle, wo zwischen uns mal die Fetzen geflogen sind, 
denn er war der Meinung, dass wir uns diese Reise verdient hätten und trotz allem machen sollten. 

Jetzt im Nachhinein bin ich ihm sehr dankbar dafür, dass er sich durchgesetzt hat
und mir hat es wiedermal gezeigt, dass doch nichts ohne Grund passiert.

Ohne die große Eskalation wäre unser Urlaub wohl so abgelaufen, 
dass wir uns irgendwo ein hübsches, nettes und eher europäischem Standard entsprechendes Hotel 
gesucht hätten und von dort ganz bequem zu Tagesausflügen aufgebrochen wären. 
Wir hätten bestimmt viel geshoppt, in den 'besseren' Restaurants gegessen
und einige teurere Aktivitäten ausprobiert. 

Doch plötzlich waren wir 'on budget' und hatten einen ganz anderen Urlaub vor uns.

 
Tag X 

Die Zeit vor unserer Abreise war heftig stressig, für meinen Mann war es der erste Urlaub seit er
selbständig ist, in dem er sich tatsächlich zu 100% aus dem Job ausgeklinkt hat -
 nicht gerade einfach zu organisieren.

Am Ende standen wir dann zwar müde und erschöpft, aber doch reisefertig
pünktlich vor der Schule um die Kinder abzuholen.

Von unserer Verspätung von Wien weg und unserem Sprint quer durch Charles de Gaulle habe ich ja schon berichtet und da es nicht das erste Mal war, dass wir via CDG geflogen sind,
war uns sowieso klar, dass unser Gepäck auf keinen Fall mitgekommen sein konnte.



Immerhin, wenn alle 4 Gepäckstücke fehlen, füht sich keiner benachteiligt. :D





Nach Erledigung des Papierkrams ging es dann erstmal ins Hotel,
wir hatten vorab schon für die erste Nacht gleich in der Nähe vom Bahnhof eines gebucht,
weil wir am nächsten Morgen eigentlich mit dem Zug nach Marrakesch wollten.

Zum Glück war es kein Problem, unsere Zimmer gleich für eine weitere Nacht zu reservieren,
daher konnten wir recht entspannt dem nächsten Tag entgegensehen.

Tag 1

Da hatten wir nun also einen ungeplanten Bonustag in Rabat, Marokkos Hauptstadt.  
Unser Hotel lag gleich neben einem kleinen Bahnhof, daher beschlossen wir mit dem Zug ins Zentrum zu fahren und uns dort ein wenig treiben zu lassen.
Mein Mann hatte gleichmal echtes Glück, denn seine Frau hat ihm eine diebstahlsichere
Handyhülle genäht, weswegen der doppelte Versuch sein Handy zu stehlen erfolglos blieb. 

Jedenfalls ist Rabat eine recht moderne und saubere Stadt, wir sind vom Hauptbahnhof weg einfach losmarschiert, haben einen Abstecher in die Medina gemacht, wo am Samstag Vormittag anscheinend ganz Rabat unterwegs ist, sind dann durch modernere Viertel und Parkanlagen gebummelt
und haben die warmen Sonnenstrahlen genossen. 


Das Mittagessen holten wir uns von einem kleinen Stand am Straßenrand -
no risk, no fun - nicht wahr? ;)

Sehr gerne getrunken wird auch ein Saft aus Zuckerrohr, 
mein Mann kennt das aus Madagaskar, dort wird es allerdings geschält und dann ausgesaugt. 


Zurück im Hotel dann die Erleichterung: unser Gepäck ist am Weg und kann am späten Abend vom Flughafen abgeholt werden! 
Alle Gepäckstücke? 
Nun, das weiß man nicht so genau, im System sind nur drei auffindbar...

Hm. Wer wird also am Ende ohne Gepäck dastehen?

Yeah, keiner! 
Alle Teile sind schließlich angekommen und wir konnten endlich aus unserer muffeligen Kleidung in frische Pyjamas steigen (zum Thema Muffeln später noch mehr). 

Tag 2 

Der Plan:
Am Vormittag mit dem Zug von Rabat nach Marrakesch fahren, 
eine späte Mittagspause in Hotel Nr. 2, 
Nachmittags und abends Marrakesch erkunden. 

Die Realität:
Den ganzen Tag im Zug sitzen (Aufgrund Problemen mit der Weichenstellung verspätet sich dieser Zug leider. Wir bitten um Ihr Verständnis. ÖBB - bist du's? :D), das Gepäck schnell im Hotel abladen und noch 2 Stunden Marrakesch bei Tageslicht besichtigen. 

Aber, wie ich bereits geschrieben hatte: es geschieht nichts ohne Grund. 

Die Zugfahr war total angenehm, wir hatten alle ausreichend Lesestoff und Futter eingepackt 
und die beiden Mitreisenden waren sehr spannende Zeitgenossen, die eine Menge Ratschläge auf Lager hatten. Lustigerweise waren wir total entspannt - trotz Verspätung - während unser 'Arabischlehrer' immer unruhiger und nervöser wurde. Gut, wir hatten natürlich auch niemanden, der auf uns gewartet hättet, daher konnten wir leicht entspannt sein. 


Wir sind jedenfalls sehr gut ausgeruht am späten Nachmittag in Marrakesch angekommen, es gab relativ wenig Verkehr und wir konnten bei der Taxifahrt schon
über die tollen Avenues und Gebäude der Neustadt staunen.
In der Medina ging es dann natürlich anders zu, man taucht in eine komplett andere Welt. 

Wirklich extrem sind die Touristenfänger, die verderben ein wenig den Spaß, muss ich gestehen. 
Man wird von allen Seiten richtiggehend bedrängt, wir hatten zuerst Deutsch gesprochen und jeder Händler meinte, er müsste uns mit seinen paar Brocken Deutsch einfangen und ewig nachlaufen. 

Nachdem mein Mann dann tatsächlich einem Schlagenbeschwörer auf den Leim gegangen ist, 
musste ich ein Machtwort sprechen. Erstens durfte er niemanden mehr anlächeln und zweitens haben wir nur noch Madegassisch gesprochen und wenn uns die Händler nachgelaufen sind, 
haben wir immer nur den Kopf geschüttelt und sie weggedrängt. 

Danach ging es dann für uns besser, aber ich habe einige Touristen beobachtet, die da echt schlimm bedrängt wurden und ziemlich verzweifelt aussahen. 

Auch meine Tochter wurde ganz oft angesprochen und manche Frauen haben sogar versucht, sie zu ihrem Stand zu ziehen, aber da hat sich dann der große Bruder mit grimmigem Blick eingeschalten. 


Jedenfalls hatten wir zuerst überlegt, ob wir den verlorenen Tag in Marrakesch noch anhängen sollten, waren dann aber gar nicht unglücklich, als unsere Zimmer nicht mehr verfügbar waren.

Besonders genossen haben wir aber den späteren Abend in unserem kleinen Hotel. 
Wir hatten Vollmond, es war total warm und wir haben es uns am Dach auf ein paar Liegen gemütlich gemacht, Nachtisch gegessen und dem Getöse vom Djemaa el Fna gelauscht. 


Bis auf Hotel Nr. 1 und dem Hotel für die letzen beiden Nächte,
haben wir uns alle Unterkünfte aus dem Lonely Planet Reiseführer zusammengesucht
und das Hotel Sherazade war ein super Tipp. Die Zimmer sind zwar schon ein bisschen abgelebt und wir hatten es recht feucht im Ergeschoss, aber bei den Kindern war es richtig gemütlich.


Im Bücherschrank habe ich mein Reisebuch hinterlassen,
ich bin schon gespannt, ob es irgendwann weiterreist und sich der neue Besitzer vielleicht meldet
und mir erzählt, wo es sich gerade befindet.


Für den nächten Tag hatten wir uns ein ganz besonderes Ziel mit Österreichbezug ausgesucht:

Anima



Doch davon morgen mehr... 



Kommentare :

kristina hat gesagt…

Das hört sich nach einem richtigem Abenteuer mit ganz vielen tollen Eindrücken an.
Ich bin gespannt, auf die Fortsetzung.
LG Kristina

Näh begeisterte hat gesagt…

Ich bin mir sicher das es kein sicheres Reiseland gibt...den eigentlich ist es doch gaaanz einfach und schwups wären gaanze Länder weg und bis dahin würde ich dahin reisen wo ich möchte und mir die vielen tollen Orte dieser Welt ansehen! :)

Lass dich nicht von anderen Meinungen runter ziehen ...es gibt nicht das non plus ultra!

Viele liebe Grüße die Nähbegeisterte :)

Babsi hat gesagt…

Das liest sich ja echt spannend! Ich glaub, das wär nix für uns. Bin schon gespannt, wie es weiter geht!
glg
Babsi

PS: Seid ihr jetzt denn in Quarantäne?

verfuchstundzugenäht hat gesagt…

Hach! Ich freu mich auf die Forsetzung!

LÖwin.g hat gesagt…

Also echt, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das gehen kann, dass Fidi niemanden anlächelt :)
Bin gespannt wie es weitergeht
LG Birgit

made with Blümchen hat gesagt…

Oh, das ist sooo spannend, und die Bilder so toll, und ich find's so gut, dass Ihr gefahren seid. Ich freu mich mega auf die Fortsetzung!

made with Blümchen hat gesagt…

Na geeeeh, ist mein erstes Kommentar jetzt nicht durchgegangen!? Ich find's super, dass ihr gefahren seid und bin völlig fasziniert von Bildern und Geschichten. Ich freu mich auf die Fortsetzung! lg, Gabi

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