Dienstag, 25. September 2018

Mosaikalisch unterwegs...


Zur Abwechslung zum ersten Mal seit Monaten mal wieder etwas Selbstgemachtes:

 Mosaiktrittsteine für den Garten. 

Im Garten liegen sie zwar noch nicht, damit möchte ich bis zum Früh-Frühling warten, 
aber soweit sind sie mal fertig. 


Auf meiner ToDo Liste standen sie schon seit Jaaaaahren, 
deswegen hat sich auch eine Menge Material angesammelt, nicht wundern. ;) 

Da hätten wir einmal die größte Version, 
bestehend aus zerschlagenen Fliesen, einem Herz aus Glas in der Mitte
und die Keramik mit dem roten Muster war eine kleine Servierschale aus Marokko, 
die jemandem aus der Hand gefallen ist. 


Dieser bunte Geselle war mal ein Teller, gekauft in Frankreich 2009, 
vom Tisch gerutscht 2012...
garniert mit ein paar riesigen Glasmurmeln und einer Keramikblume.


Hier haben wir Teile einer zerschlagenen Fliese,
an deren Zerstörung mal ausnahmsweise keines meiner Kinder Anteil hatte, 
sondern die ich gleich so zusammen mit anderen Mustern gekauft hatte. 

Als Goodie habe ich damals dazu ein paar bunte Stein/ Fliesen-Nuggets bekommen,
die ich auch gleich eingebaut habe. 


Und der wutzi-wutzi Kleine besteht aus dunkelblauen und türkisen Glasnuggets 
und einem roten Glasherz. 


Die Torte ist angerichtet: 


Nachdem das so wunderbar geklappt hat, haben wir gleich nochmal 
zwei Trittsteine gemacht (siehe meine Insta-Story von gestern), 
diesmal allerdings mit ein paar zusätzlichen Tipps
von einem lieben Werksalon-Kollegen. 



Vielleicht schreibe ich eine kurze Anleitung beim nächsten Blogpost über die Trittsteine dazu,
obwohl...
eigentlich gibt es eh schon genügend Tutorials und ich schätze mal, 
da wird euch eine weitere nicht besonders interessieren, oder?

Na mal schauen, ob Fragen auftauchen. 

Habt einen tollen Dienstag! :)

Verlinkt bei:
Create in Austria


Dienstag, 18. September 2018

Madagaskar Reisetipp #5: Trauminseln




Madagaskar ist auf vielfältige Weise faszinierend, 
aber warum ich am liebsten gleich dort geblieben wäre, zeige ich euch heute:
Ich habe mich Hals über Kopf ins Inselleben verliebt. 

7 Inseln, Madagaskar selbst nicht mitgezählt, haben wir erkundet 
und dabei die beste Zeit unseres Lebens gehabt. 

Über Nosy Antsoha habe ich ja schon hier geschrieben: klick
deswegen fange ich heute gleich bei Insel Nr. 2 an: 

Nosy Be


Nosy Be im Norden ist die größte Insel Madagaskars und oft als zu touristisch verschrien. 
Ich habe das interessanterweise gar nicht so empfunden, möglicherweise, weil wir nicht in der Hauptsaison unterwegs waren und alles sehr ruhig war. 
Ich fand es eigentlich ganz schön, dass ich nicht mehr die einzige hellhäutige Person weit und breit war und nicht mehr so angestarrt wurde. :D 

Wie erreicht man Nosy Be am besten?


Die meisten Touristen kommen mit dem Flugzeug, es gibt sogar Direktflüge aus Europa, 
theoretisch kann man also seinen kompletten Urlaub auf der Insel verbringen, 
meistens wird es aber eher eine Kombination mit anderen Touren (Nationalparks) sein. 

Je nachdem von wo man also kommt oder wohin man danach möchte, 
sollte man entweder Inlandsflüge nehmen oder aber auf der Straße einen ordentlichen Zeitpolster einplanen. Ich glaube, ich habe schon erwähnt, dass die Nationalstraßen in einem katastrophalen Zustand sind und man für die rund 900km von Tana nach Ankify zum Hafen, mindestens 2 volle Tage braucht. Wenn möglich, ist das Flugzeug also definitiv die beste Wahl. 

Von Ankify kann man auch mit dem Schnellboot übersetzen, 
entweder ganz exklusiv (und daher ein bisschen teurer) alleine 
oder kuschelig mit einigen anderen Passagieren. 

Falls ihr aus irgendeinem Grund mit einem Auto nach Nosy Be wollt:
es gibt Autofähren, die wesentlich länger als die Schnellboote brauchen. 
Am besten also Auto auf die Fähre bringen, selber mit dem Schnellboot übersetzen 
und dann bei einem Kaffee auf das Auto warten.

Auf Nosy Be selbst sind die Straßen auch nicht wesentlich besser, man kommt am besten mit einem der vielen Tuk-Tuks voran, gut festhalten sollte man sich allerdings, 
die Geschwindigkeit ist oft ziemlich abenteuerlich... ;)

Wo wohnt man auf Nosy Be? 


Es gibt inzwischen auch richtige Luxus-Resorts auf der Insel, vor allem im Norden, 
daneben gibt es aber auch viele preiswertere und trotzdem recht gute Hotels
Man darf allerdings nicht vergessen, dass die Bedingungen nicht mit europäischen Verhältnissen vergleichbar sind. Auch wenn in der Hotelbeschreibung von fließendem Warmwasser die Rede ist, kann es sein, dass es öfter mal ausfällt, eher lauwarm ist oder überhaupt nur tröpfchenweise aus dem Hahn kommt. 
Man kann sich über diese Dinge natürlich beschweren, die Madagassen werden auch versuchen das Problem zu lösen, aber manchmal wird man sich einfach damit abfinden müssen 
und den Aufenthalt in Madagaskar als das sehen was er ist:
ein einmaliges Abenteuer! 

Wir hatten auf Nosy Be zwei verschiedene Unterkünfte, beide waren richtig toll
und kann ich durchaus weiterempfehlen (Stand August 2018): 
zuerst waren wir im Sable blanc und dann noch eine Woche im Arc en ciel. 

Im Sable blanc konnte man von der Terrasse direkt ins Meer springen, 
im Arc en ciel war der Strand nicht so schön, dafür gab es einen feinen Pool 
und war der perfekte Ausgangspunkt für unsere Ausflüge. 

Sprachtechnisch gesehen ist es auch wesentlich einfacher als auf dem Festland, 
denn die Menschen können oft Englisch oder Italienisch, sogar hin und wieder ein paar Brocken Deutsch - neben Französisch natürlich. 


Was kann man auf Nosy Be machen?


1. Ausflüge zu anderen Inseln 
Buchbar über die Hotels oder Strandverkäufer, die einen überall ansprechen. 

2. An Traumstränden den Tag genießen. 
Orangea Plage ist (angeblich) der schönste Strand auf Nosy Be, 
man findet aber auch andere wunderschöne Plätzchen. 

3. Schnorchel- oder Tauchausflüge

4. Nationalpark Lokobe

oder als Alternative

Lemurialand
vor allem mit Kindern ein netter Ausflug 

5. Den Sonnenuntergang vom Mont Passot aus genießen, 
fantastischer Ausblick und wilde Lemuren inklusive. 



Nosy Vorona und die drei Brüder


Okay, Hand aufs Herz: wer hat auch schon mal davon geträumt, 
auf einer einsamen Insel zu leben?

Welche drei Dinge würdest du mitnehmen?
Wie schnell würde dir langweilig werden? 
Und fürchtet man sich eigentlich in der Nacht? 

Auf Nosy Vorona kann man das in der Lightversion selber ausprobieren. 

Es gibt zwar einen Wächter und 1 - 2 Damen, die sich ums Kochen und den Bungalow kümmern, 
sie bleiben aber die ganze Zeit im Hintergrund und man fühlt sich tatsächlich so, 
als wäre man ganz alleine dort. 


Die Insel ist winzig klein, 2,5km2 und der perfekte Platz um sich ein paar Tage zu entspannen, 
in der Hängematte zu lesen, zu schnorcheln, mit dem Kajak eine Tour zu der Nachbarinsel - 
den drei Brüdern zu machen oder Sandburgen zu bauen. 

Die Fahrt hinüber zu den drei Brüdern war auch sehr aufregend, 
man sitzt in diesem winzigen Kajak (in dem man sogar schon mal gekentert ist)
und das Wasser wird immer tiefer, man sieht schnell den Grund nicht mehr 
und weiß, dass einem so schnell keiner zu Hilfe kommen wird, sollte etwas passieren. 

Es ist eine Mischung aus purer Abenteuerlust und ein bisschen angsteinflössend gleichzeitig. 


Und dann erkundet man diese Insel, auf der es nichts gibt, als hätte noch niemals ein Mensch einen Fuß darauf gesetzt. Es gibt ein paar Krabben, viele riesige Muscheln und Felsen, über die man klettern kann. 

Ich war schon recht froh, als wir wieder heil auf 'unserer' eigenen kleinen Insel angekommen sind
und im Liegestuhl dem Sonnenuntergang zuschauen konnten. 


Wir haben drei Nächte auf Nosy Vorona verbracht, ich wurde dort sogar um ein Jahr älter 
und für mich war es eines dieser Erlebnisse, die ich nie wieder vergessen werde.

Jeder hat ja so seine Träume - und das war einer von meinen ganz großen. 


Nosy Sakatia 


ist ein wahres Paradies für Unterwasserinteressierte und Traumstrandliebhaber
und außerdem berühmt für seine Riesenschildkröten


Wir hatten uns für eine Kombination aus Schnorcheln mit den Schildkröten
und relaxen am Strand entschieden, Mittagessen inbegriffen und es war ein 
richtig traumhafter Tag, der leider viel zu schnell vorüber ging. 


Die Insel liegt westlich vor Nosy Be und ist mit dem Schnellboot in ca. einer halben Stunde erreichbar. Inzwischen gibt es auch Unterkünfte, d.h. wer sich wirklich einmal für ein paar Tage ausklinken möchte, kann das hier so richtig genießen (und sollte es unbedingt tun!).

   

Rund um Nosy Be gibt es noch eine ganze Menge weiterer Inseln, 
ein Paradies neben dem anderen, 
es ist wirklich unglaublich, dass die Tourismusindustrie sich hier so ein gutes Geschäft
 durch die Finger gehen lässt, 
besser allerdings für uns, denn genau dieses Einsamkeits-Feeling, die unberührten Strände, 
die kleinen, familiären Unterkünfte machen den Unterschied aus. 

ALSO FLIEGT BLOSS NICHT NACH MADAGASKAR!!!

Oder erzählt zumindest niemandem davon! ;)

Wir fliegen jetzt auch mal ganz schnell weiter und landen auf 

Sainte Marie 


vor der Ostküste Madagaskars. 

Und ich meine wirklich fliegen

Ihr könnt auch gerne paddeln, schwimmen oder einen Buckelwal als Taxi nehmen, 
aber kommt bloss nicht auf die Idee, eines der Boote zu nehmen!

Gut, ihr meint jetzt vielleicht, dass ich übertreibe... 
aber dann wart ihr bestimmt noch nie so richtig seekrank 
(ich übrigens davor auch noch nie) 
und ich kann euch sagen: auf dem Boot zwischen Mahambo und Sainte Marie waren 
ALLE seekrank, die Skala reichte nur von 'richtig sterbensübel' bis 'ziemlich fies übel'. 

Ich sage nur soviel: Speibsackerln werden gleich im Mulitpack ausgegeben... ;) 

Wenn man dann aber mal dort ist, will man nie wieder weg, zumindest ging es mir so.

Die Straßen auf Sainte Marie waren viel besser als überall sonst, 
es war auch sehr wenig Verkehr, eher muss man aufpassen, dass keine ballspielenden Kinder 
auf die Straße laufen. Hühner, Schweine und Co waren eher seltenere Gefahren. 

Deswegen bietet es sich auch an, sich selbst ein Moped zu leihen und damit die Insel 
unsicher zu machen. Als Alternative kann man aber natürlich auch immer ein Tuk-Tuk nehmen. 


Wo wohnt man auf Sainte Marie?


Die Hotels sind wie auf Nosy Be schon viel mehr auf die Bedürfnisse der Touristen ausgerichtet, 
daher aber auch duchschnittlich teurer als auf dem Festland. 

Die Unterkunft auf Sainte Marie war die einzige, die wir schon vor unserer Reise gebucht hatten,
weil überall stand, dass es in der Hauptsaison recht schwierig mit Zimmer werden könnte 
und obwohl dann doch gar nicht so viel los war, waren wir sehr froh darüber, 
denn es war einfach perfekt!

Wir hatten im Hotel Lakana zwei Wasser-Bungalows reserviert 
und es hätte definitiv für die letzten Tage keinen besseren Ort geben können. 


Es ist natürlich schon auch Glücksache, wenn man gerade am Fenster sitzt und malt 
und dann zieht ein Stückchen weiter draußen eine Walfamilie vorbei... 

Apropos Wale:

Was kann man auf Sainte Marie machen?


Unangefochtener Grund Nr. 1 auf die Insel zu kommen sind die 


1. Buckelwale 

Im Winter (also hier Sommer) ist die perfekte Zeit um Buckelwale zu beobachten. 
Sie kommen in die geschützte Bucht um Sainte Marie, um hier ihre Jungen zu bekommen 
und werden von den Madagassen jedes Jahr mit einem großen Festival begrüßt. 

Wenn man sie einmal aus der Nähe gesehen hat, ihre Gesänge gehört hat - 
man versteht sofort, warum sie in Madagaskar heilig gelten und 'großer Gott' genannt werden. 

Lasst euch diesen Gänsehaut-Moment nicht entgehen wenn ihr die Chance dafür bekommt, 
allerdings würde ich euch empfehlen nur mit einer Organisation hinaus zu fahren, die sich dem Schutz der Wale verschrieben hat. 

Nur so könnt ihr euch sicher sein, dass ein Schutzring um die Wale eingehalten wird, man ist trotzdem noch immer nah genug dran, verschreckt die Tiere nicht und richtet keinen Schaden an. 



Auf Sainte Marie wird euch aber auch abseits der Walsaison nicht langweilig, 
da wäre z.B. 

2. der legendäre Piratenfriedhof
Er kann nur mit Guide besichtigt werden, dabei erfährt man aber eine Menge spannende Geschichten und lernt nebenbei einiges über die Pflanzen rundherum. 

Nachdem mein Kreislauf von der Bootsreise (obwohl da schon drei Tage vergangen waren!) noch ein wenig in Mitleidenschaft gezogen war, hat mir unser Guide sogar einen Blätterhut als Schutz vor der Sonne gemacht. :) 

Einen weiteren Tag kann man für 
3. den Naturpool einplanen, 
denn der Weg dorthin kann ganz schön anstrengend werden.

4. Wie fast alle madagassischen Inseln bietet sich auch Sainte Marie zum Relaxen am Strand
oder Schnorcheln und Tauchen an. 


Und dann gibt es noch

Nosy Nato


meistens Ile aux Nattes genannt, zwar eine eigene Insel aber sozusagen 
die kleine Schwester von Sainte Marie. 

Fast könnte man bei Ebbe die Insel zu Fuß erreichen, versuchen sollte man es trotzdem nicht, 
erst vor ein paar Jahren ist angeblich ein Tourist bei dem Versuch ertrunken, 
da die Strömungen doch sehr unberechenbar sein können (und die Flut schneller kommt als gedacht). 

Allzuviel kann man auf Nosy Nato eigentlich gar nicht machen, 
man ist beinahe gezwungen, die Füße in den Sand zu stecken und zu relaxen,  
dazu passend hat sich die Insel anscheinend dem Reggae-Thema verschrieben
und selbst die wilden Lemuren scheinen ein wenig bekifft in den Ästen zu hängen. ;) 


Es gibt inzwischen schon eine Menge Hotels auf der kleinen Insel, 
ich fand es trotzdem extrem ruhig und entspannend, wir haben kaum einen Menschen zu Gesicht bekommen, nächstes Mal würde ich glatt ein paar Tage dort dranhängen. 

******

Das war mein kleiner Einblick in das Inselleben von Madagaskar, 
natürlich können sich unsere Erfahrungen auch von denen anderer Reisender unterscheiden, 
denn - das muss man schon zugeben - hatten unglaubliches Glück. 

In sämtlichen Reiseführern und Artikeln über Madagaskar steht, 
dass man in der Hauptsaison (ab August) unbedingt vorab buchen soll, weil man sonst vielleicht gar keine Unterkunft mehr bekommt, was sich in der Realität komplett anders dargestellt hat. 
Wir hatten nicht nur nie Probleme mit Hotelzimmern, 
manchmal haben wir sogar super Angebote bekommen, weil so wenig los war. :)

*****

Meine ersten 4 Reisetipps könnt ihr hier nachlesen:

Reisetipp #1: Bevor du deine Koffer packst




*****

Coming soon: 

Zum Schluss habe ich in den nächsten Tagen noch ein paar abschließende Tipps für euch 
und gehe ein wenig auf die Themen Politik und Entwicklungshilfe ein. 
Der Punkt: nach der Reise darf natürlich auch nicht fehlen. 

Mittwoch, 12. September 2018

Madagaskar Reisetipp #4: Nationalparks





Die große Vielzahl an endmischen Tieren und Pflanzen sind ganz oft der Grund, 
warum überhaupt eine Reise nach Madagaskar in Angriff genommen wird. 

Jetzt ist es tatsächlich so, dass einem in manchen Gegenden außergewöhnliche Tiere
einfach so über den Weg laufen können, Chamäleons z.B. überqueren ganz gerne mal die 
Straße und beim Frühstück auf der Hotelterrasse kann man neugierigen Besuch von einem wilden Lemuren bekommen oder hübsche Vögel füttern. 
Das ist dann allerdings Glücksache.
Die zahlreichen scheueren und perfekt getarnten Tiere entdeckt man so nicht. 

Die gute Nachricht:

Es gibt inzwischen eine Vielzahl an tollen Nationalparks in Madagaskar, 
jeder kann hier einen oder mehrere für seine Bedürfnisse und Wünsche passenden aussuchen.

Die schlechte Nachricht:

Man kann in einem Blogpost definitiv nicht alle abdecken... 
ich werde trotzdem versuchen, euch eine kleine Übersicht zu geben.

Ein paar allgemeine Infos: 



- Es gibt 47 Nationalparks / Schutzreservate / Schutzgebiete über ganz Madagaskar verstreut, 
manche gut erreichbar, 
einige, z.B. in der Regenzeit, von der Außenwelt abgeschnitten. 

- Es gibt NPs, die man an nur einem Tag besuchen kann, 
einige liegen so abgelegen, dass inklusive An- und Abreise mindestens eine 
Woche eingeplant werden sollte. 
Der Masoala NP kann derzeit nur mit dem Flugzeug 
oder per Boot erreicht werden, fordert den Besuchern einiges ab, 
aber nirgendwo kann man so ursprünglichen Dschungel erleben wie hier.

- In den Nationalparks kann man sich nur zu Fuß fortbewegen, 
es gibt meistens Wanderwege, allerdings ist für manche eine sehr gute Kondition erforderlich. 

- Der Eintritt ist für Einheimische und Touristen verschieden
und hängt auch von der Kategorie des NPs ab, aktuell liegen die Preise zwischen rund 
18€ und 12€ für Erwachsene pro Tag. 

- Guides sind verpflichtend, meistens beim Eingang zu buchen und immer in bar zu bezahlen. 
Deutsch sprechende Guides sind relativ selten, Englisch ist schon einfacher, 
aber auch hier kann es sein, dass man auf 'seinen' Guide ein bisschen warten muss. 

- Es gibt auch Meeresschutzgebiete auf und rund um einige Inseln.


Der Besuch der Nationalparks stand bei uns nicht ganz oben auf der Prioriätenliste, 
wir hatten drei im Auge, davon war einer aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse in unserem Zeitplan nicht machbar und einen weiteren haben wir zugunsten von mehr Meerzeit geskippt. 

Stattdessen waren wir auf Nosy be im

Lemuria Land


 ein Naturreservat, 
das uns postiv überrascht hat. 

Mit einem Guide wird man durch den sehr zooartigen Park geführt, 
Highlight ist natürlich die Fütterung der Lemuren, aber auch die Ylang-Ylang Fabrik ist 
interessant und man erfährt sehr kompakt und unkompliziert eine Menge über die Tiere und Pflanzen.


Ideal ist der Ausflug für Familien mit Kindern oder Touristen, die einen eher 
unstrapaziösen Einblick in die Tierwelt bekommen wollen. 

Ein zum Lemuria Land zugehöriges Schutzgebiet liegt auf der

Insel Antsoha


ein unglaublich schöner Flecken Erde, der nur mit dem Boot erreichbar ist
(rund 1,5h Fahrtzeit von Nosy Be). 

Wir waren eher zufällig in der Nähe der Insel und total begeistert. 
Man bezahlt rund 4 Euro und wird dafür durch die (winzige) Insel geführt, 
wilde Lemuren inklusive - 
Streicheln darf man sie nur, wenn man dazu von den Guides aufgefordert wird. 


Wir waren zuerst skeptisch, aber die Lemuren haben die Streicheleinheiten richtig genossen. 
Natürlich sind sie auf der Insel schon an Touristen gewöhnt, man sollte auf keinen Fall 
wilde Lemuren, die immer wieder betteln kommen können, streicheln und auch nie ein Tier
festhalten, das kann böse Folgen haben, weil sich die Tiere dann wehren.


Auf Nosy Antsoha gibt es dann noch einen Traumstrand, bei dem sich die Wellen von zwei Seiten brechen und wo man auf einer kleinen Sandbank ewig weit aufs Meer hinausgehen kann. 


Auf der Insel leben 4 Personen und zumindest zum jetzigen Zeitpunkt gibt es dort nur eine Übernachtungsmöglichkeit im Love-Room für zwei Personen. 


Einen sehr gut erreichbaren Nationalpark findet man in 

Andasibe


Er ist nur wenige Stunden Fahrtzeit von Tana entfernt und kann sogar als Tagesausflug gemacht werden (wobei ich persönlich das dann ein bisschen stressig finden würde), bzw. als Zwischenstopp in den Osten, wie wir das gemacht haben. 

Man kann zwischen verschiedenen Längen und Schwierigkeitsstufen wählen, 
besonders beliebt sind die Nachtwanderungen, da es viele nachtaktive Tiere gibt. 

Am besten ist es schon vorab zu klären, wo der Schwerpunkt der Wanderung liegen soll, 
damit sich die Guides darauf einstellen können.
Wenn man z.B. hauptsächlich Insekten sehen möchte, muss man anders vorgehen, 
als wenn man sich für Vögel interessiert. 

Wir hatten zu diesem Zeitpunkt unserer Reise schon so viel gesehen und erlebt, 
dass wir nicht mehr so schnell zu begeistern waren, trotzdem fanden wir gerade die Pflanzenwelt und das Urwald-Feeling sehr faszinierend. 
Unser Guide war auch richtig toll, wusste auf jede Frage meiner Schwiegermutter eine Antwort und
den Babylemuren hätten wir am liebsten gar nicht mehr aus den Augen gelassen. 


Trotzdem... meiner Meinung nach ist Andasibe schon sehr touristisch, besonders bei den Unterkünften geht es schon recht hektisch zu, so gar nicht madagassisch und 
wenn man schon andere Nationalparks gesehen hat, kann man ihn eigentlich auslassen. 

*****

Welche Nationalparks gelten nun als die schönsten Madagaskars? 


1. Tsingy de Bemaraha

liegt westlich, sehr schwer erreichbar, aber unglaublich faszinierend. 
Man möchte es nicht glauben, aber in den lebensfeindlich aussehenden Kalksteinspitzen leben eine Vielzahl an Tieren und Pflanzen. 

2. Isalo 

ist wohl einer der beliebtesten NPs Madagaskars, da leicht erreichbar und 
gerade die vielen natürlichen Pools, in denen man baden kann, sind eine große Attraktion. 

Selbstverständlich findet man auch hier viele verschiedene Tiere, besonders Vögel und Insekten, 
aber auch Lemuren, dazu gibt es gut ausgebaute Wanderwege. 

3. Ranomafana 

Die Heimat des goldenen Bambuslemur zieht viele Besucher an, 
dieser Nationalpark ist UNESCO-Weltnaturerbe und ebenfalls gut erreichbar. 

Besonders die heißen Quellen und Wasserfälle zeichnen diesen Ort aus, 
man kann zwischen einfachen Wanderungen von 3 Stunden bis zu tagelangen Touren wählen. 
Definitiv einen Besuch wert! 



Ich kann euch jedenfalls nur ans Herz legen - egal aus welchem Grund es euch nach Madagaskar verschlagen hat - mindestens einen Nationalpark in eure Reise einzubauen, 
die Eintrittspreise ermöglichen die Erhaltung und den Ausbau der Gebiete 
und man bekommt für sein Geld eine wirklich einzigartige Naturvielfalt. 

*****

Um die Inselwelten rund um Madagskar und welche Möglichkeiten sich da bieten, 
geht es dann im nächsten Teil meiner Reisetipps. 

Hier findet ihr die ersten 3 Teile: 



*****

Coming soon: Reisetipp #5: Trauminseln 



Freitag, 7. September 2018

Madagaskar Reisetipp #3: Antananarivo und die Sache mit dem Essen





Nach unserer Ankunft in Antananarivo gestern, 
haben wir heute ein bisschen Zeit um die Hauptstadt Madagaskars kennenzulernen. 

Und damit wir uns nicht gleich als Madagaskar-Anfänger outen, 
nennen wir sie ab jetzt auch wie die Einheimischen, 
willkommen in der Stadt der Tausend:


Tana 



Wer schon in afrikanischen Großstädten unterwegs war, weiß was ihn erwartet. 

Wer nicht... der wird erstaunt, fasziniert, gebannt, schockiert und ein bisschen überfordert sein. 

*****

Tana ist die weitaus größte und bevölkerungsreichste Stadt Madagaskars, 
letzte Schätzungen lagen bei 2,5 Millionen Menschen - offiziell. 
Inoffiziell könnten es auch doppelt so viele sein, Tana ist groß und es gibt riesige Stadtrandgebiete, 
die ohne Unterbrechung wachsen. 

Leider gibt es, man kann es nicht übersehen, eine Menge Probleme in der Hauptstadt. 
die ärmsten der Armen leben wenige Meter von den reichsten der Reichen entfernt, 
die Stadt kommt weder mit den Müllbergen zurecht, noch mit der unfassbaren Menge
an fahrbaren Untersätzen (von Zebukarren bis LKWs).

Eines muss man sich klar machen, wenn man in den Straßen Tanas unterwegs ist:
der Stärkere gewinnt

Sobald man sich aber ein wenig an das Chaos gewöhnt hat, kann man sich auf den Weg machen 
und die tollen Seiten Tanas erkunden, hier meine Top 3: 

1. Der Rova


Ein ganz besonderer Ort für Geschichtsliebhaber ist der Königspalast, 
der auf dem höchsten Hügel Tanas in der Oberstadt liegt und 1995 komplett ausgebrannt ist. 


Mit einem Guide kann man das Gelände betreten, in die Ruine des Palastes selbst darf man aber nicht, die Einsturzgefahr ist zu groß. In den letzten Jahren wurden zwar einige Renovierungsarbeiten durchgeführt, ein Großteil des dafür gedachten Geldes ging aber anscheinend einen anderen Weg...

Die Führung ist eigentlich der perfekte Einstieg für Madagaskar-Reisende, 
man erfährt viel über die allgemeine Geschichte, die Herrschenden und wie sie an die Macht kamen. 
Dann natürlich über die 'mad queen' Ranavalona I., aber auch über den Brand und seine Folgen. 

 Gleich neben dem Rova befindet sich der ehemalige Palast des Premierministers, 
heute ein Museum, in dem die wenigen aus dem Rova geretteten Überbleibsel besichtig werden können. 

Herrlich kurios, besonders weil das Verbotsschild bereits innerhalb des nur mit Guides betretbarem Gelände steht: 


Die Hausschweine müssen auch zu Hause bleiben! :D 

In der Oberstadt macht es auch richtig Spaß, sich einfach ein wenig treiben zu lassen, 
es gibt nette kleine Geschäfte, viele alte und beeindruckende Gebäude 
und zwischendurch Überraschungen:

 


2. Lac Anosy 


Ein weiterer Fixpunkt ist der Lac Anosy mit der Engelsstatue, 
in den letzten Jahren wurde der kleine See im Stadtzentrum komplett revitalisiert, 
früher war es eine berühmt-berüchtigte Kloake mit Schwarzem Engel 
(ich wusste gar nicht, dass die Statue eigentlich gar nicht schwarz war... :D). 


3. Das quierlige Alltags-Tana


Es gibt noch einige spannende Plätze in Tana, 
das Piratenmuseum, den Bahnhof an der Avenue d l'Independance, den Mahamasina-Markt
oder die vielen Stiegen zwischen Unter- und Oberstadt, 
aber warum ich persönlich Tana so faszinierend finde 
sind die vielen bunten Gebäude in allen möglichen und unmöglichen Zuständen, 
die zahlreichen Fortbewegungsmittel in allen unmöglichen Zuständen 
und dazwischen wuselt es nur so von Menschen, 
garniert mit Hühnern, Hunden und Zebus. 
Die ganze Stadt ähnelt einem Ameisenhaufen (nur wesentlich weniger koordiniert)
und an jeder Ecke gibt es etwas zu beobachten. 


Trotz allem:

Tana ist eine sehr anstrengende Stadt, die Luft ist schlecht und niemand ist unglücklich, 
wenn er sie wieder verlassen kann. 
Sie kann zu seinen Besuchern sehr gut sein und sich von ihrer besten Seite zeigen
oder aber auch dafür sorgen, dass man sie mit ganzer Seele hasst. 

In Tana sollte man definitiv mehr Budget einplanen und in ein besseres Hotel investieren 
und gute Restaurants besuchen, denn man braucht diese kleinen Auszeiten... 



Apropos: 

Was gibt's denn zum Essen??? 


Die Auswahl ist groß und auch wieder klein - je nachdem...

Wenn man neugierig ist und viel ausprobieren möchte, kann man unglaublich vielfältig essen, 
wenn man dagegen eher heikel ist und nur im Hotelrestaurant essen gehen möchte, 
ist die Auswahl schnell mal beschränkt. 

Oft hat man ja in fremden Ländern typische Gewürze, die dann in so gut wie jeder Speise enthalten sind, das ist in der Madagassischen Küche nicht so. 
Es gibt viele Gewürze, aber sie setzen sie sehr sparsam ein und wenn, 
dann steht es auf der Speisekarte direkt beim Gericht dabei. 

Z.B. Zebufilet mit Reis in Pfeffersauce. 


Was gibt es immer und überall?

Reis. 

Zum Frühstück, Mittag- und Abendessen. Davor, danach und dazwischen. 
Als Kuchen, Suppe (berühmt berüchtigter Sabeda), Hauptspeise und Getränk. 

Mir kam es so vor, als hätte die Qualität vom Reis in den letzten Jahren leider nachgelassen, 
zumindest abseits der Hotels hatten wir öfter mal Steine dabei 
oder er hat einfach nicht so gut geschmeckt wie früher. 

Das kann daran liegen, dass heute der beste Reis exportiert wird und die Madagassen 
selber auf die schlechtere Ware zurückgreifen müssen. 

Deswegen muss man beim Selberkochen auch immer vorher den Reis durchsuchen
(Gold findet man dabei leider äußerst selten). 



Was man wirklich überall bekommen kann ist Reis oder Pommes mit Zebu. 
(Zebus sind die Rinder mit Höckern, leider auch ein bisserl zäh manchmal). 

Dann bekommt man noch oft Hühnchen oder Fisch als Alternative. 
Fisch und Meeresfrüchte sind überhaupt sehr zu empfehlen, besonders in den Küstengebieten, sie sind immer frisch, schmecken hervorragend und sind dabei auch noch recht günstig. 

Gemüse ist eher nicht so oft üblich, bzw. schon, aber in den typisch madagassischen Gerichten. 

Als Nachtisch geht z.B. Obstsalat oder Crepes, die man auch oft zum Frühstück bestellen kann. 
Die Sache mit dem Kaffee habe ich ja schon erklärt, nicht nur das Wasser wird oft nicht ausreichend aufgekocht, er ist oft auch sehr stark und ich persönlich hatte schon richtig Magenschmerzen 
(bin da aber auch empfindlich und vertrage starken Kaffee nicht so gut), 
daher lege ich euch nochmals ans Herz, Instantpulver mitzunehmen. 


Und für die Probierfreudigen unter euch:

Kostet von allem, das euch unterkommt! 

Manche Sachen schmecken wirklich seltsam, es gibt z.B. Gemüse, Anamamy das total bitter ist und 
ein Prickeln auf der Zunge hinterlässt (das muss bestimmt eine niedrige Dosis Gift enthalten ;) ). 

Besonders beim Obst fällt schnell auf, dass sie natürlich gereift viel besser schmecken, 
frisches Kokosnusswasser z.B. oder der Klassiker: Bananen. 

Da muss man allerdings erst lernen, dass die besten Bananen nunmal schon ein paar braune Flecken haben oder die aller, allerbeste Kokosnuss nicht hübsch grün daherkommt, 
sondern außenrum leicht derangiert und braun...
(Entschuldigung, ich sabbere gerade auf meine Tastatur...)


Hier eine kleine Auswahl von typisch madagassischen Speisen, die ihr kosten könntet 
(und die meiner Meinung nach sehr lecker schmecken):
Maskita (Brochettes)- Rindfleischspieße, die man unbedenklich auch bei Straßenstränden kaufen kann, die Beilage (Lasary/Antsary) aber dort weglassen. 

Henakisoa sy ravitoto - Schweinfleisch in Suppe mit Reis und zerstampften Maniokblättern (quasi trockener Spinatbrei - war jetzt nicht so mein Highlight)

Romazava - Rindssuppe mit kochsalatartigem Gemüse (Anana)

Samosa - dreieckige, gefüllte Teigtaschen 

Nems (Foto ganz rechts) - vergleichbar mit Frühlingsrollen

Filet de Zebu sy vary aux poivre vert / noir -Zebufilet mit Reis in Pfeffersauce 

Mofo gasy - Reisküchlein 

Mena kely - madagassische Donuts 

Émincé de poulet au gingembremit - Hühnergeschnetzeltes mit Reis in Ingwersauce 

Trondro sy vary - Fisch mit Reis 

Zum Würzen: 

Sakay - scharfe Sauce, die in einem extra Schälchen gereicht wird


In diesem Sinne:

Mazotoa omana o - Mahlzeit! 

*****


*****

Coming soon: Reisetipp #4: Nationalparks und alles, was da kreucht und fleucht. 



Mittwoch, 5. September 2018

Madagaskar Reisetipp #2: Tonga soa - Willkommen!





'Tonga soa' heißt übersetzt 'herzlich Willkommen' 
und an das 'Vazaha' werdet ihr euch ganz schnell gewöhnen.
Ursprünglich nannten ja die Madagassen so nur die Franzosen, 
aber nachdem wir Europäer so schwer zu unterscheiden sind, 
ist man als Weißer inzwischen immer ein Vazaha. 

Also, wie kommen wir denn jetzt endlich nach Madagaskar?

Die Anreise

Theoretisch könntest du auf einem Containerschiff anheuern um nach Madagaskar zu reisen, 
praktischer und ein wenig schneller geht es allerdings mit dem Flieger.

Inzwischen sind Flüge nach Madagaskar nicht nur häufiger zu finden, 
sie sind auch leistbarer seit die Konkurrenz größer geworden ist, 
ohne Zwischenstopp geht es allerdings noch immer nicht.

Wir sind diesmal mit Ethiopian Airlines geflogen und waren mit dem Preis-Leistungsverhältnis 
sehr zufrieden. Selbst wenn man wie ich, Schnupfen geplagt und schlaflos den Flug überstehen muss,
vergeht die Zeit mit der großen Auswahl an Filmen relativ schnell
und das Boardessen und der Service waren auch okay.

Unsere Erfahrung hat außerdem gezeigt, dass es bei Flugreisen, die nur von einer Airline durchgeführt werden, zu wesentlich weniger Schwierigkeiten mit Verspätungen, Anschlussflügen
und Gepäck kommt, da sind wir gebrannte Kinder und haben das problemlose Fliegen sehr genossen.

Mit Ethiopian Airlines fliegt man zuerst rund 6 Stunden, hat dann einen Zwischenstopp in
Addis Abeba, wo man umsteigen muss (Dollar mitnehmen!)
und dann nochmals rund 5 Stunden Flugzeit.

Nicht empfehlen können wir Air Madagascar und Air France, besonders bei Air France muss 
ich leider sagen, dass wir noch kein einziges Mal ohne Probleme mit dieser Fluglinie geflogen sind.
Aber da sollte natürlich jeder seine eigenen Erfahrungen machen...



Die Ankunft

Es gibt inzwischen auch Flüge von Europa nach Nosy Be, wir deutschsprachigen Urlauber werden
aber wahrscheinlich selten nur für einen reinen Badeurlaub nach Madagaskar fliegen 
und daher irgendwann um einen Flug nach Tana nicht herumkommen.

Um es gleich vorwegzunehmen: 
Die Ankunft in Tana ist wirklich anstrengend.

Am besten versucht ihr schon im Flugzeug die Formulare für Visum und Gesundheitscheck zu ergattern. Es wird ein kleines Heftchen verteilt, in dem die passenden Seiten zum Heraustrennen sind, allerdings haben die bei unserem Flug nicht für alle Passagiere gereicht. 
Kugelschreiben müsst ihr selber dabeihaben.

Bevor man das Land offiziell betreten darf, muss man dann erstmal durch den Fieberscan, Einreisekontrolle und Zoll. Es werden inzwischen auch Fingerabdrücke genommen (bei der 
Ausreise übrigens ebenso).

Geld könnt ihr gleich in der Ankunftshalle abheben,
und wenn ihr dann endlich im Chaos beim Gepäckband eure Koffer und Taschen gefunden habt
(Halleluja!) und in die Flughafenhalle kommt, werdet ihr gleich mal von rund einer Million Menschen bestürmt und bedrängt, ein Taxi in die Stadt zu nehmen ('good price' - 'best price',...)

Wir wurden an diesem Punkt zum Glück von meinem Schwager erlöst, 
man sollte aber auf jeden Fall immer und überall die Preise vor jeder Dienstleistung ausmachen! 
Also niemals in ein Auto steigen, ohne vorher gehandelt zu haben. 
Pi mal Daumen könnt ihr euch sicher sein, dass wenn ihr die Hälfte vom geforderten Preis bezahlt, 
immer noch doppelt so viel wie notwendig ausgebt. ;)

Und sollte das Taxi euch dann suspekt vorkommen (ihr müsstet z.B. die Autotüre während der Fahrt selber halten), könnt ihr noch jederzeit ablehnen und einen anderen Fahrer suchen. 

Nachdem schon am Flughafen-Parkplatz das Problem der bettelnden Kinder offensichtlich wird:

Wie gehe ich mit Bettlern / bettelnden Kindern um? 

Auch hier wieder: jeder muss das für sich selbst entscheiden. 

Wir haben ausschließlich Essen verteilt (Brötchen, Kekse, Bonbons, Äpfel,...) 
und ein wenig Geld nur dann gegeben, wenn es dafür offensichtlich eine Leistung gab. 

Es ist nun einmal so, dass man der Armut auf Madagaskar nicht entkommen kann, 
sie ist einfach zu sichtbar. 

Besser, als einem Bettler mal einen Geldschein in die Hand zu drücken, 
von dem man nicht weiß, was damit passieren wird
ist es, lokale Hilfsorganisationen zu unterstützen
und achtsamen Tourismus zu betreiben. 

Gut, zurück zur Ankunft in Tana:

Je nachdem wie und welche Reise ihr gebucht habt,
werdet ihr möglicherweise sowieso am Flughafen abgeholt und in ein Hotel gebracht.

Solltet ihr auf euch selbst gestellt sein, solltet ihr schon vorab ein Hotelzimmer reserviert haben
und euch direkt vom Flughafen dorthin bringen lassen.

Wir haben leider keinerlei Erfahrung mit Unterkünften in Tana,
da wir bei meiner Schwiegermutter gewohnt haben,
ihr müsst bei den Bewertungen auf Internetseiten aber immer auf die Aktualität achten,
die Qualität kann sich relativ schnell ändern.


Hello, World? Internet und Telefon 


Theoretisch bräuchte man auf einer Reise durch Madagaskar keine technischen Hilfsmittel,
da man sich eigentlich überall durchfragen kann.

Die Menschen sind sehr hilfsbereit und freundlich und versuchen netten Touristen immer weiterzuhelfen (ich habe schon vorab davon gehört, dass dann oft ein bisschen Geld dafür verlangt wird, aber uns ist das nicht passiert), egal ob man den Weg zur nächsten Bank nicht findet
oder auf der Nationalstraße plötzlich eine Abzweigung ohne Straßenschilder auftaucht
(Straßenschilder? Pah! Wer braucht schon sowas? ;) ).

Praktisch ist es dann aber doch, wenn man Hotelempfehlungen checken möchte
oder die Eintrittspreise vom Nationalpark.

SIM Karten bekommt man bei TELMA Ständen / Geschäften und
nur gegen Vorzeigen eines Lichtbildausweises. 

In den meisten Hotels gibt es zumindest bei der Rezeption WLAN
und erstaunlicherweise funktioniert es allgemein ganz gut.
Es ist natürlich viel langsamer als wir gewohnt sind und fällt auch öfter mal aus,
aber insgesamt ist es doch besser als erwartet.

Und sollte es euch doch mal in eine Gegend verschlagen, wo es noch keinen Internetzugang gibt,
kann man sich endlich mit gutem Gewissen mit einem Buch vergnügen. :D


Apropos Bücher: 

gibt es selten zu kaufen und wenn, dann hauptsächlich in den großen Supermärkten
und in Französisch.

In Hotels die von Vazahs geführt werden, gibt es aber öfter mal ein offenes Buchregal,
da findet man dann vielleicht auch englische oder italienische Bücher.


Einkaufen


Um Lebensmittel und Alltagsdinge einzukaufen hat man mehrere Möglichkeiten:
Es gibt Verkäufer, die ihre Waren direkt zum Auto bringen, wenn man im Stau steht
(und man steht sehr oft im Stau), 
Händler am Straßenrand oder z.B. am Strand, 
Märkte (von winzig bis riesig) 
kleine Läden, ähnlich unseren Greißlern von früher, 
kleine Supermärkte und
mega große Supermärkte (nur in den ganz großen Städten!). 

Wenn ihr europäische Produkte braucht, müsst ihr in die ganz großen Supermärkte (Jumbo), 
die Preise dort sind allerdings auch europäisch bzw. sogar noch höher. 

Gehandelt wird nur am Markt oder bei Direktkäufen, nicht aber bei den Supermärkten oder
Lebensmittelständen auf der Straße. 

In die Situation werdet ihr wahrscheinlich seltener kommen, aber Tiere werden oft lebend verkauft und dann ganz frisch zubereitet. Es kann also durchaus sein, dass euch im Hotel ein Hühnchen begegnet, dass ihr ein paar Stunden später auf eurem Teller wiederfindet... 



Bei Handwerk und Souvenirs müsst ihr besonders gut aufpassen. 

Es gibt strenge Bestimmungen, was z.B. Hölzer, Fossilien, Steine,... angeht 
und das ist auch gut so. 

Am besten ihr erkundigt euch entweder vor der Reise, wenn ihr an einer konkreten Ware interessiert seid (Edelsteine z.B.), denn vor Ort werdet ihr immer hören, dass es kein Problem ist. 

Bei Edelsteinen müsst ihr ein Zertifikat als Nachweis dazu bekommen, für Produkte aus geschützen 
Hölzern (Ebenholz, Palisander,...) kann es keine Papiere geben, denn es gibt keine Plantagen, 
wo diese Hölzer nachhaltig angebaut werden. Sie sind also IMMER illegal.  

Und sicherheitshalber: 

Hände weg von allem, wo ihr selber Zweifel habt! 
Es bringt euch überhaupt nichts, am Flughafen dann zu sagen, dass der Händler euch versichert hätte, es wäre keine Holzfigur aus Palisander...

Die Probleme am Flughafen (in Tana, aber auch bei der Ankunft zu Hause) sind es nicht wert!





Hier findet ihr Teil 1 - Reisetipp #1: Bevor du deine Koffer packst 

*****

Coming soon: Reisetipp #3: Die Hauptstadt Tana und was gibt's zum Essen?







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